Märkte verändern sich. Erwartungen auch.

Zukunftsfähig bleibt, wer bereit ist zu lernen, Entscheidungen zu hinterfragen und Neues zuzulassen. Eine Bank im Wandel ist eine Bank mit Wissen, Mut und Weitblick. Eine, die sich weiterentwickelt, um Leistungen anzubieten, die heute und morgen gefragt sind.

Dass die Volksbank Bad Salzuflen diesen Weg immer wieder gegangen ist, zeigen die Meilensteine ihrer Geschichte. Wir blicken auf die jüngere Vergangenheit und zurück zu den Anfängen des Vorschuß-Vereins Schötmar.

    Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Genossenschaftsbanken. Finanzinstitute mit völlig neuer Ausrichtung, Zielsetzung und Struktur.

    Ihr Zweck: die Kapitalansammlung und Kreditgewährung für „kleine Leute“, Gewerbetreibende und Handwerker. Hilfe zur Selbsthilfe durch regelmäßige Einzahlungen und Solidarhaftung der Mitglieder.

    Die Mitglieder waren sowohl Träger als auch Kunden des Bankgeschäfts.

    Ihr Kerngeschäft: Kurzfristige Personalkredite an ihre Mitglieder (Darlehen, Wechsel, Kontokorrentkredite, Wechseldiskontkredite gegen Bürgschaften oder Hypotheken).

    Vorreiter

    1850: Delitzscher
    Vorschuss-Verein

    Gründervater: Hermann
    Schulze-Delitzsch (1803-1883)

    Werk: „Vorschußvereine als Volksbanken“

    Merkmale von Banken

    Allgemeinbanken

    Genossenschaftsbanken

    Eigentümer

    Aktionäre

    Mitglieder

    Stimmrecht

    Kapitalanteil

    1 Person = 1 Stimme

    Ziel

    Gewinnmaximierung

    Mitgliederförderung

    Struktur

    Zentralisiert

    Dezentral + Verbund

    Risikoprofil

    Teilweise hoch

    Eher konservativ

    Historische Rolle

    Industriefinanzierung

    Mittelstand & Landwirtschaft

    1.

    November 1902:
    54 Mitglieder beschließen die „Statuten des Vorschuss-Vereins zu Schötmar eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung“.

    2.

    Dezember 1902:
    Eintragung in das Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Salzuflen.

    3.

    Februar 1903:
    Aufnahme des Bankgeschäfts

    Illustration einer leeren Kiste mit Schloss und einem Münzstapel und einem Dokument daneben

    Am 3. Oktober 1902 gründet sich der Vorschuß-Verein im Hotel Korf in Schötmar. Eine Initiative des Bürgervereins, der 27 Personen folgten.

    Bereits einen Monat später umfasste die „Liste der Genossen“, die zur ersten Generalversammlung im Gasthof Junker vorgelegt wurde, 77 Mitglieder.

    Alle Mitglieder waren in Schötmar ansässig: 47 Handwerker, 24 Kaufleute und Händler, 3 Gastwirte, 1 Redakteur, 1 Lehrer, 1 Ziegeleibesitzer.

    Die Kasse wurde zu Beginn des Jahres 1903 nur wenig in Anspruch genommen, so dass das Bankvermögen bei der Landessparkasse zinsbar angelegt wurde.

    Mitte des Jahres mussten allerdings Kredite aufgenommen werden, da die eigenen Mittel nicht mehr ausreichten. Diese Kredite konnten jedoch noch vor dem Jahresende zurückgezahlt werden.

    Bis zum Jahr 1906 konnte ein langsamer, aber durchaus stetiger Aufwärtstrend festgestellt werden – mit einem Umsatz des Jahres von 276.000 Mark und einem Reingewinn von 1.236,78 Mark. So hätte es weitergehen können. Ging es aber nicht …

    Doch gar nicht so schlecht!

    Die relativ kleinen Zahlen des ersten Geschäftsjahres sind bei genauerer Betrachtung doch gar nicht so klein.

    Verkaufte Anteile

    104

    Wert je Anteil

    200 Mark

    Haftungssumme

    20.800 Mark

    Anzahl gewährter Vorschüsse

    120

    Wert aller Vorschüsse

    45.265 Mark

    Spareinlagen

    10.731 Mark

    Umsatz

    69.235 Mark

    Reingewinn

    489,47 Mark
     

    Verkaufte Anteile

    104

    Wert je Anteil

    1.640 Euro

    Haftungssumme

    170.560 Euro

    Anzahl gewährter Vorschüsse

    120

    Wert aller Vorschüsse

    ca. 371.173 Euro

    Spareinlagen

    ca. 87.994 Euro

    Umsatz

    ca. 567,727 Euro

    Reingewinn

    ca. 4.014 Euro
    (zugegeben, dieser Wert bleibt klein)

    Illustration einer Person, die vor einem übergroßen Münzstapel steht und dabei eine übergroße Lupe hält

    – Fortsetzung folgt –

    Illustration eines aufgeschlagenen Buches Ein flach liegendes, aufgeschlagenes Buch